Hochwasser

Und wieder einige Tage später wurde unsere Feuerwehr ein weitere Mal gefordert. Am 2. Juli entlud sich ein mittleres Unwetter über unsere Region. Bäche traten über die Ufer und stellten Garagen, Keller und Gewerberäume unter Wasser. Was zuvor als kleines Ereigniss aussah, entwickelte sich schon bald zu einem
grösseren, schier unlösbares Logistikproblem. Den ersten Alarmmeldungen kann mittels Pumpen noch gehofen werden Doch schon bald trafen laufend mehr Meldungen ein. So ist kaum zu verhindern, dass nicht genügend Schmutzwasserpumpen zur Verfügung steht. Die Priorisierung, ständige Anpassung der Mittel sowie viel Eigeninitiative ist der einzige gangbare Weg. An diversen Orten im gesamten Einsatzgebiet waren Total 57 Kameraden im Einsatz.

Bienenhaus, Ballwil

Zehn Tage nach dem Brand in Ballwil erreichte uns bereits die nächste Alarmierung. Laut Alarmmeldung «Brand mittel, Dräjehölzli, Ballwil». Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräften stand ein Bienenhaus am Waldrand bereits in Vollbrand.Das ganze Bienenhaus war aus Holz und damit genügend Nahrung für das Feuer. Die Einsatzleitung entschied sich daher
sehr schnell den angrenzenden Wald zu schützen. Erst als das Feuer soweit im Griff war, dass eine Ausbreitung verhindert werden konnte, konzentrierte man sich auf das Gebäude. Soweit bekannt ist, konnte leider nur ein Bienenvolk gerettet werden.

 

Brand Gibeflüh, Ballwil

Lange Zeit nichts los, aber dann so richtig. Am 17. Juni 2020 um 15.50 Uhr folgte die Alarmmeldung «Brand gross, Gibelflüh 15, Ballwil». Beim Eintreffen der ersten Personen stand die Scheune bereits im Vollbrand.

Abtragen

Sehr schnell wurden die Schlüsselstellen erkannt und versucht den danebenliegenden Mastmuni- bzw. Schweinestall zu halten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der Nähe zum Feuer wurde alsbald entschieden, die Schweine zu evakuieren.
Die Evakuation der Schweine bedeutete eine generalstabsmässige Planung, trotz enger Platzverhältnisse. Der Hubretter stand in nächster Nähe im Einsatz. Trotzallem konnten sämtliche Tiere wohlbehalten bei Bruno Meyer, Unterpfaffwil, untergebracht werden.

Bewältigen

Nun stand das Bewältigen im Vordergrund. Die Brandlast war enorm, mit einem längeren Einsatz musste gerechnet werden. Insbesondere das Abtragen des Brandgutes forderte zu Beginn etwas mehr Zeit. Erst als ein zweiter Bagger aufgeboten wurde, war ein Ende absehbar. Dennoch zogen sich die Aufräumarbeiten bis in den Nachmittag des darauffolgenden Tages hinein.
Es standen total 112 Feuerwehrleute im Einsatz. Ebenso wurde die Feuerwehr Rain mit Schlauchverleger zur Unterstützung angefordert.
Neben dem eigentlichen Ereignis und dem Halten der Schweine- und Mastmunischeune war der Wassertransport in diesem Gebiet eine der grösseren Herausforderungen. Abschliessend konnten wir aus diesem Ereignis auch viele Erkenntnisse und Lehren ziehen.