Unwetter Sommer 2021

Bis zum Sommer 2021 erschien das Jahr aus Sicht der Einsätze eher ereignislos zu werden. Doch just zu Sommerbeginn kam der Regen. Der Sommer 2021 geht als ungewöhnlich nass und unwetterreich in die Geschichtsbücher ein. Beachtliche Regenmengen mit verheerenden Hagelstürmen waren anfangs Juni bis August zu verzeichnen. Glücklicherweise war unsere Region nicht ganz so stark betroffen. Trotzdem erreichten uns viele Alarmierungen. Die Einsätze waren eher klein, dass Problem war eher die Menge davon.
Winter oder was?
Nebst Wassermassen verursachten die Hagelzellen grosse Schäden. Winter im Sommer, solche Bilder gab es mehrmals zu sehen. Profanes Mittel dagegen war die Schneeschaufel.

SBB-Unfall mit Baumaschine

Bekannterweise ist der Einsatz bei SBB-Anlagen ein Schwerpunktthema an unseren Zugsproben. Interessanterweise erreichte uns am 18. August 2021 um 11.03 Uhr ein Einsatzalarm der Kommandogruppe beim Kieswerk Ballwil. Ein Dumper kollidierte mit einer Personenkomposition der Seetalbahn. Glücklicherweise wurden ausser dem Fahrer des Dumpers keine weiteren Personen verletzt. Durch den Aufprall wurde der Fahrer vom Fahrzeug geschleudert, sodass er zum grossen Glück nicht auch noch vom Zug erfasst wurde. Trotzdem musste er mit der Rega ins Spital geflogen werden.

Riesiger Aufwand

Unsere erste Aufgabe, die ausgelaufenen Stoffe aufzufangen und zu binden, mussten warten. Vorerst hatte die Unfallaufnahme durch die Polizei und SBB vorrang. Später war unsere Hilfe bei der Evakuierung der Passagiere nötig. Von allen wurden die Personalien abgenommen. Vereinzelte verliessen den Unfallort zu Fuss, andere wurden von Angehörigen abgeholt. Die restlichen Passagiere konnten mit Ersatzbussen der SBB weiterbefördert werden.

Klein und doch zeitraubend

Bei der Bergung des Dumpers wurde ein dreifacher Branschutz infolge Explosionsgefahr erstellt. Um ca. 17.00 Uhr konnte der Einsatz als beendet erklärt werden. Dazwischen lagen lange Wartezeiten, bis die Bergungsfahrzeuge und der Rettungszug der SBB vor Ort waren. Trotz des relativ kleinen Ereignisses war das Aufgebot von Personal mit diversen Zuständigkeiten seitens SBB riesig. Interessant war auch, dass der Strom der Fahrleitung von Emmenbrücke bis Lenzburg unterbrochen war.

Neueingeteilte in Römerswil

Am 26. und 27. Februar 2021 war es wieder soweit. Wie üblich zu Jahresbeginn konnten unsere neuen Kameraden den Einführungskurs besuchen. In anstrengenden aber lehrreichen Lektionen wurden ihnen das Feuerwehrhandwerk in Römerswil beigebracht. Coronabedingt wurden die Klassen an diesem Kurs konsequent voneinander getrennt. Auch war ein Besuch des Kurses unsererseits nicht möglich.

Aufbauende Lektionen
Erfahrene Klassenlehrer, meistens Offiziere aus den eigenen Wehren, brachten den Rekruten mittels klar strukturierten Lektionen systematisch das Handwerk bei. Alle Lektionen im Lösch- und Rettungsdienst bauten aneinander auf, sodass am Schluss die Grundkenntnisse für einen Einsatz vorhanden waren.

Weiter geht’s in der eigenen Feuerwehr
Natürlich sind zwei Tage Ausbildung äusserst knapp, reichen aber als Grundwissen für die Einsatzfähigkeit. Die weitere vertiefte Ausbildung findet anschliessend in der eigenen Feuerwehr statt. Einzig mit dem lückenlosen Besuch der Proben können die nötigen Kenntnisse erreicht werden, die es für den Einsatz benötigt.

Fahrsicherheitstraining

Das Fahren mit schweren Lastwagen birgt hohe Gefahren. Umso mehr Vorsicht ist geboten, wenn man mit Einsatzfahrzeugen unterwegs ist, das zum Beispiel ca. 2000 Liter Wasser enthält, einen hohen Schwerpunkt hat und immer voll mit Material beladen ist.

Wenn der Ernstfall eintritt und es pressiert, lastet eine sehr grosse Verantwortung auf den Fahrern. Deswegen ist uns eine gute Ausbildung besonders wichtig. Um die Einsatzfahrzeuge auch im harten Einsatz, bei jeder Witterung sicher beherrschen zu können.

In den letzten Jahren haben wir neue Fahrzeuge erhalten. Um diese besser kennenzulernen, haben wir für dieses und nächstes Jahr ein eigenes Fahrsicherheitstraining in Seelisberg organisiert. Schon deswegen, weil die Gebäuderversicherung aufgrund fehlender Infrastruktur diese Kurse nicht mehr anbietet.

Damit dies für alle Fahrer möglich ist, haben wir die Ausbildung in vier Gruppen aufgeteilt. Für die ersten zwei Gruppen wurde es bereits am 24. April 2021 ernst.

Die erste Fahrergruppe traf sich frühmorgens um 06.45 Uhr im Magazin Eschenbach. Um das Risiko zu reduzieren, wurden bei allen Tanklöschfahrzeugen die Wassertanks geleert. Nach einer 45-minütigen Anreise wurden sie vom Instruktor von «Event Seelisberg» empfangen. Gestartet wurde mit einer Theorie über Fahrsicherheit. Es wurde aufgezeigt, wie wichtig das richtige Bremsen und Lenken ist. Mit diesem Wissen gings auf die Strecke. Alle Teilnehmer verteilten sich zu zweit auf die Fahrzeuge. Zuerst mussten sie sich der Kräfte im Slalomfahren mit  Rutschbelag stellen. Nach jeder Fahrt wurde ein Fahrerwechsel vorgenommen und später kam der Wechsel auf eine anderes Fahrzeug hinzu. Somit war es möglich, dass alle Teilnehmer jedes Fahrzeug einmal fahren konnten. Weiter folgten noch spannende Übungen wie: Vollbremsung, Zielbremsung, Vollbremsung mit Ausweichung, Talfahrt bei schneebedeckter Strasse und zum Schluss die «Schleuderplatte». Diese «Schleuderplatte» verschob sich auf der Hinterachse vor dem Rutschbelag auf eine bestimmte Seite und simulierte ein plötzlich verändertes Lastverhältnis. Dadurch begann das Fahrzeug beim Auftreffen auf dem Rutschbelag zu schleudern. Ein korrigierendes Lenken und Bremsen war nötig um das Fahrzeug sicher und kontrolliert zum Stillstand zu bringen.

Erst kurz vor Mittag traf die zweite Gruppe in Seelisberg ein. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging ein gelungener Morgen mit vielen neuen Erkenntnissen und Erlebnissen zu Ende, welcher für die zweite Nachmittagsgruppe erst begann.

An diesem Kurs konnten die Beteiligten viel Erfahrung im Umgang mit schweren Fahrzeugen mit nach Hause nehmen. Wir freuen uns jetzt schon, dies mit den restlichen Fahrern im Kurs 2022 zu erleben.

Gruppenführerkurs in Hochdorf

Am 10. März 2021 haben drei von unserer Feuerwehr den Gruppenführerkurs in Hochdorf absolviert. Nicole Unternährer sowie Matthias und Ueli Bachmann waren für zwei Tage unter den Fittichen der Instruktoren für die Ausbildung zum Unteroffizier. Alle drei haben die Ausbildung mit Bravour gemeistert. Sie haben viel über das Feuerwehrhandwerk gelernt und konnten dies auch gleich anwenden. Sowohl die Führung von Team wie auch die Ausbildungsmethodik waren wichtige Bestandteile dieses Kurses. Alle drei konnten ihre neu erworbenen Fähigkeiten bereits in unserer Feuerwehr anwenden. Wir freuen uns mit ihnen und gratulieren zu ihrem Erfolg.

Speziell an diesem Kurs war – neben dem Einhalten von Corona-Massnahmen – auch, dass mit Matthias Iten ein Instruktor aus unseren Reihen am Kurs tätig war.

Neue Offiziere

Am 12. April 2021 war es wieder soweit. Zwei Kameraden der Feuerwehr Oberseetal trafen sich um 8.00 Uhr im Schulhaus mit 51 weiteren Offiziersanwärtern zum Einführungskurz für Offiziere in Vitznau. Yves Portmann und Marcel Schurtenberger besuchten diesen intensiven, aber äusserst spannenden Kurs. Sie wurden auf die Arbeit als Offiziere in unserer Feuerwehr vorbereitet. In vielen theoretischen und praktischen Modulen wurden die taktische Arbeit, Ausbildung und Führung geschult und vertieft.

Damit dieser Kurs überhaupt möglich war, wurden strikte Corona-Massnahmen durchgeführt und eingehalten. So mussten sämtliche Teilnehmer jeden Morgen ein Schnelltest durchführen. Während des gesamten Kurses herrschte Maskenpflicht und die Klassen durften sich nie untereinander mischen, auch während dem Essen nicht.

Als kleine Erholung zwischen den Lektionen stand traditionell am Mittwoch der Ausflug auf die Rigi auf dem Programm. Leider war auch diesmal das Wetter mässig – was bereits auch schon traditionellen Charakter hat – aber die Sicht trotz allem atemberaubend. Aufgrund des allgemein kalten Wetters lag auf der Rigi noch viel Schnee.

Am Freitag wurde zum Abschluss ein Einsatz vor eher spärlichem Publikum vorgetragen, welches halt dem COVID-Sicherheitskonzept geschuldet war. Anschliessend erfolgte die Brevertierung in der Kirche, dies leider auch ohne Zuschauer.

Wir wünschen unseren beiden Kameraden viel Erfolg und Genugtuung in ihrer neuen Funktion.

Hochwasser

Und wieder einige Tage später wurde unsere Feuerwehr ein weitere Mal gefordert. Am 2. Juli entlud sich ein mittleres Unwetter über unsere Region. Bäche traten über die Ufer und stellten Garagen, Keller und Gewerberäume unter Wasser. Was zuvor als kleines Ereigniss aussah, entwickelte sich schon bald zu einem
grösseren, schier unlösbares Logistikproblem. Den ersten Alarmmeldungen kann mittels Pumpen noch gehofen werden Doch schon bald trafen laufend mehr Meldungen ein. So ist kaum zu verhindern, dass nicht genügend Schmutzwasserpumpen zur Verfügung steht. Die Priorisierung, ständige Anpassung der Mittel sowie viel Eigeninitiative ist der einzige gangbare Weg. An diversen Orten im gesamten Einsatzgebiet waren Total 57 Kameraden im Einsatz.

Bienenhaus, Ballwil

Zehn Tage nach dem Brand in Ballwil erreichte uns bereits die nächste Alarmierung. Laut Alarmmeldung «Brand mittel, Dräjehölzli, Ballwil». Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräften stand ein Bienenhaus am Waldrand bereits in Vollbrand.Das ganze Bienenhaus war aus Holz und damit genügend Nahrung für das Feuer. Die Einsatzleitung entschied sich daher
sehr schnell den angrenzenden Wald zu schützen. Erst als das Feuer soweit im Griff war, dass eine Ausbreitung verhindert werden konnte, konzentrierte man sich auf das Gebäude. Soweit bekannt ist, konnte leider nur ein Bienenvolk gerettet werden.

 

Brand Gibeflüh, Ballwil

Lange Zeit nichts los, aber dann so richtig. Am 17. Juni 2020 um 15.50 Uhr folgte die Alarmmeldung «Brand gross, Gibelflüh 15, Ballwil». Beim Eintreffen der ersten Personen stand die Scheune bereits im Vollbrand.

Abtragen

Sehr schnell wurden die Schlüsselstellen erkannt und versucht den danebenliegenden Mastmuni- bzw. Schweinestall zu halten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der Nähe zum Feuer wurde alsbald entschieden, die Schweine zu evakuieren.
Die Evakuation der Schweine bedeutete eine generalstabsmässige Planung, trotz enger Platzverhältnisse. Der Hubretter stand in nächster Nähe im Einsatz. Trotzallem konnten sämtliche Tiere wohlbehalten bei Bruno Meyer, Unterpfaffwil, untergebracht werden.

Bewältigen

Nun stand das Bewältigen im Vordergrund. Die Brandlast war enorm, mit einem längeren Einsatz musste gerechnet werden. Insbesondere das Abtragen des Brandgutes forderte zu Beginn etwas mehr Zeit. Erst als ein zweiter Bagger aufgeboten wurde, war ein Ende absehbar. Dennoch zogen sich die Aufräumarbeiten bis in den Nachmittag des darauffolgenden Tages hinein.
Es standen total 112 Feuerwehrleute im Einsatz. Ebenso wurde die Feuerwehr Rain mit Schlauchverleger zur Unterstützung angefordert.
Neben dem eigentlichen Ereignis und dem Halten der Schweine- und Mastmunischeune war der Wassertransport in diesem Gebiet eine der grösseren Herausforderungen. Abschliessend konnten wir aus diesem Ereignis auch viele Erkenntnisse und Lehren ziehen.

Fahrzeuge Eschenbach

Fahrzeug 11

Tanklöschfahrzeug (TLF)
Marke
Mercedes-Benz ATEGO 1223F 4x4
Jahrgang
2019
Gewicht
10.5 t
Wassertank
1600 Liter
Schnellangriff
1x 60 m
Leistung
231 PS
Pumpe
Brändle TYP 2
Pumpleistung
2000 l/min. bei 10bar
Bild Feuerwehr Oberseetal Schlauchverleger

Fahrzeug 12

Schlauchverlege-Fahrzeug
Marke
FUSO Canter 6C18D
Jahrgang
2017
Antrieb
4x4 / Handschaltgetriebe
Radstand
3865 mm
Funktionen
  • Schlauchverlegesystem für 1,2 km Schlauch (D75)

  • Autom. Schlauchaufnahme

  • Wassertank

  • Schlauchwaschanlage

  • Motorspritzenhalterung

Mannschaftstransporter FW Oberseetal

Fahrzeug 13

Mannschaftstransporter und Zugfahrzeug
Marke
IVECO
Jahrgang
2001
Antrieb
4x4 / Handschaltgetriebe
Radstand
3865 mm
Funktionen
  • Schlauchverlegesystem für 1,2 km Schlauch (D75)

  • Autom. Schlauchaufnahme

  • Wassertank

  • Schlauchwaschanlage

  • Motorspritzenhalterung

Atemschutzfahrzeug Feuerwehr Oberseetal (14 Trixli)

Fahrzeug 14

Atemschutz-Fahrzeug (Trixli)
Marke
IVECO
Jahrgang
2013
Antrieb
4x4
Gewicht
6.5 t
Motor
3 l Turbodiesel
Leistung
170 PS
Atemschutz
2x 6 Atemschutz-Geräte
Anhängeleiter der Feuerwehr Oberseetal (ALM)

ALM

Anhängeleiter motorisiert
Jahrgang
1988
Gewicht
1.9 t
Leiterlänge
24 m